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Deutsche Meisterschaften U23 Wetzlar
  16.06.2019 •     Berichte , Presse


Bronzeplatz über 800 Meter für Julia Altrup (VfL Marburg).

Helmut Schaake. Wetzlar. Für die Überraschung aus heimischer Sicht sorgte bei den 76. Deutschen U23-Juniorenmeisterschaften in Wetzlar Hessenmeisterin Julia Altrup (VfL Marburg) über 800 Meter mit dem Bronzerang in neuer Bestzeit von 2:10,91 Minuten.

Höhepunkt am ersten Tag waren zweifellos die Sprints der Männer U23 in acht Vorläufen. Hier musste man schon unter 10,50 Sekunden laufen, um in die Zwischenläufe zu kommen. Im Finale setzte sich dann Marvin Schulte (SC DHfK Leipzig) in 10,13 Sekunden die Sprintkrone nach 10,36 im Vorlauf und 10,18 Sekunden im Zwischenlauf auf, allerdings bei etwas zu viel Schiebewind von 2,1 m/s. Er gewann gegen den amtierenden deutschen Meister und Lokalmatadoren Kevin Kranz (Sprintteam Wetzlar) 10,22 Sekunden. Dieser war im Zwischenlauf bei regulären Windbedingungen 10,27 Sekunden gesprintet.  Überhaupt nicht lief es bei dem Stadtallendorfer Lennart Genz (Wiesbadener LV), der enttäuscht nach Platz sechs im 6. Vorlauf nach 11,21 Sekunden auf der Tribüne verschwand. Über 200 Meter am zweiten Tag gewannFavorit Felix Straub (SC DHfK Leipzig) die Goldmedaille in 21,20 ganz knapp vor dem B-Lauf Sieger Frieder Scheuschner (Dresdner SC) in 21,26 Sekunden. Am Ende konnten in einem total verbummelten 1500- Meter-Rennen  viele spurten. So gewann ganz überraschend der Fünfte der Meldeliste Marc Tortell (TV Rendel) im kurzen Spurt in mäßigen 4:05,28 Minuten vor Jens Mergenthaler (SV Winnenden) in 4:05,75 Minuten, der am Vortag die 5.000 Meter gewonnen hatte. Das gleiche taktische Spiel gab es über 800 Meter.      Kleyer (LG Region Karlsruhe) nutzte seine Chance und siegte nach 1:50,65 Minuten. Über 400 Meter gewann Marvin Schlegel (LAC Erdgas Chemnitz)  von der Spitze weg in guten 46,81  Sekunden. Über 5000 Meter sah es lange nach einem klaren Sieg von  Mohamed Mohumed (LG Olympia Dortmund) aus, ehe er dann aber auf den letzten drei Runden Jens Mergenthaler (SV Winnenden)  in 14:11,39 Minuten und Aaron Davor Bienenfeld (SSC Hanau-Rodenbach) 14:16,59 Minuten an sich vorbei ziehen lassen musste. Über 3.000 Meter Hindernis blieben gleich zwei Athleten unter der U23-EM Norm (8;48,00 min). Es siegte Frederik Ruppert (SC Myhl LA) in hervorragenden 8:44,61 Minuten vor Lennart Mesecke (LG Nord Berlin (8:47,46 min). Im Dreisprung gewann Paul Walschburger (LG Stadtwerke München) mit dem letzten Versuch von 15,96 Metern.  Der jüngste Titelträger in  Wetzlar  war der erst 19-jährige  Stefan Volzer (VfL Sindelfingen) über 110 Meter Hürden in 14,06 Sekunden. Einer der Höhepunkte sollte der Stabhochsprungwettbewerb sein,  wo U23. Titelverteidiger und Favorit Bo Kanda Lita Baehre (TSV Bayer 04 Leverkusen) mit 5,71 Meter angereist war, sich aber beim Einspringen eine Fußverletzung zuzog.  So nutzte Vincent Hobbie (LG Region Karlsruhe) mit einem Sprung über 5,30 Meter seine Chance auf Gold. Mit dem letzten Versuch sprang Enrico Güntert (TV Engen) im Weitsprung mit Bestweite von 7,65 Meter von Platz drei auf Gold. Das Kugelstoßen war eine sichere Sache von Cedric Trinemeier (MTG Mannheim) mit 18,95 Meter. 2,16 Meter überfloppte Jonas Wagner (Dresdner SC)  als Siegeshöhe. Das Hammerwerfen gewann überraschend Tom Brack (TSV Bayer 04 Leverkusen) mit 63,24 Metern. Drei Speerwürfe von Tom Meier (LC Jena) landeten bei fast 73 Metern (72,83) im Rasen.

 

Juniorinnen: WU23

Im 100-Meter-Sprint schaffte Lisa Nippgen (MTG Mannheim) die U23-EM Norm von 11,50 Sekunden, die sie  schon im Vorlauf mit 11,32 Sekunden knackte.  Im Finale gelang ihr das nochmals gegen Keshia Kwadwo (TV Wattenscheid /11,49 sec) mit 11,33 Sekunden.Sophia Junk (LG Rhein-Wied) wurde über 200 Meter ihrer Favoritenrolle gerecht und gewann mit 23,55 Sekunden. Die schnellsten Beine über die Stadionrunden, wo gleich vier Frauen unter 54 Sekunden blieben, hatte die Deutsche Hallen-Vizemeisterin Luna Bulmahn (VfL Eintracht Hannover) in 53,25 Sekunden.

Über 800 Meter setzte sich Maren Kahis (LG Stadtwerke München ) in einem taktisch geprägten Rennen mit einer scharfen Temposteigerung auf den letzten 200 Metern in 2:07,89 Minuten sicher durch. Überraschung mit dem Bronzeplatz von Julia Altrup (VfL Marburg).

Meisterschaftsrennen sind oft taktische Rennen, in denen Rennintelligenz und Taktik entscheidend sind. Schon am Samstag erkämpfte sich Hessenmeisterin Julia Altrup (VfL Marburg) in 2:13,41 Minuten als 2. des Zeitlaufes mit der richtigen Renneinteilung im Spurt das ersehnte Finale. Am Sonntagmittag trumpfte die Medizinstudentin dann ganz groß auf. Während des Rennens blieb sie immer auf Sichtkontakt und war auf den letzten 100 Metern hellwach. Im Zweikampf um Platz drei mit Sarah Schulze (TUS Wunstorf/2:11,05min.) konnte die 22-jährige erneut ihre Bestzeit um 1 Sekunde auf  2:10,91 Minuten steigern und stand am Ende freudestrahlend auf Platz drei dem Podest. Über 1.500 Meter siegte Jana Reinert (LG Region Karlsruhe) im Steigerungslauf in 4:30,61 Minuten. Sehenswerte war der 5.000-Meter-Lauf der Frauen, wo die Deutsche 10.000-Meter-Meisterin der vergangenen Woche Alina Reh (SSV Ulm) mit einem Start-Ziel-Sieg in 15:51,39 Minuten mit über 1 Minute Vorsprung vor der Zweitplatzierten eine Laufdemonstration der besonderen Art abgab. Reh war schon Ende Mai in Stockholm 15:04,10 Minuten gelaufen, musste aber auf Drängen des DLV hier trotzdem an den Start gehen. Beste Hessin wurde die Buchenauerin Lena Ritzel (VfL Marburg) als 6. in 18:16,00 Minute. „Mit der Zeit  kann ich gar nicht zufrieden sein, höchstens mit dem Platz. Ich wollte eigentlich deutlich unter meiner Bestzeit von 17:45 Minuten laufen,“ so Lena Ritzel im Ziel. 

Die 100-Meter-Hürden haben ihre Tücken. Das bekam  auch Siegerin Neele Schuten (TV Gladbeck),  die in diesem Jahr schon 13,49 Sekunden abgeliefert hat, zu spüren. Sie schlug sich an der fünften Hürde das Knie blutig, durchlief aber trotzdem als Erste nach 13,70 Sekunden die Lichtschranke. Die Spikes für das Finale brauchte in diesem Klassefeld Laura Sewing (TSV Kirchhain) zwar nicht zu schnüren,  konnte sich aber als Vierte im dritten Zeitlauf nach 14,30 Sekunden über eine neue Bestzeit (vorher 14,75sec) und über die zweitschnellste je im Kreis gelaufene Zeit freuen.

Konkurrenzlos war Marie Fuchs (SC Potsdam) im Speerwerfen. Sie hat in diesem Jahr bereits 62,36 Meter geworfen und bestätigte ihre Favoritenrolle mit 60,38 Metern..

Im Hochsprung überfloppten  Sabrina Gehrung (LG Fildern) und Christina Honsel (LG Olympia Dortmund) 1,81 Meter, wobei sich Gehrung aufgrund der geringeren Anzahl an Fehlversuchen sich den Titel holte.  Über 3.000 Meter Hindernis gab es zum Schluss ein Fotofinish, das Lea Meyer (VfL Löningen) vor Agnes Thurid Gers (SSC Berlin) in  10:00,17 Minuten mit 12/100 Vorsprung  gewann.  

Kugelstoßerin Patrizia Römer fährt mit Bestleistung von 15,54 Metern zur DM nach Berlin.

Gleich dreimal konnte sich die Kugelstoßerin Patrizia Römer (Kirchain/ESV Jahn  Treysa)  freuen. Sie stieß mit 15,54 Metern Bestleistung, schaffte die so wichtige Qualifikationsnorm von 15,50 Metern für die Deutschen Meisterschaften der Aktiven in Berlin und kam mit Platz neun noch unter die Top Ten. Den Titel holte in diesem starken Feld  Alina Kenzel (VfL Waiblingen) mit 18,17 Metern und fährt damit zur U23-EM.

Deutsche U23  Hammerwurfmeisterin  darf sich Michelle Döpke (TSV Bayer Leverkusen) nennen. Sie gewann  mit 61,18 Metern. Die Stadtallendorferin Isabell Weitzel (ESV Jahn Treysa) landete nach  43,76 Metern auf Platz 13. Mit Saisonbestweite von 13,09 Metern siegte Mara Häusler (1. LAV Rostock)  im Dreisprung-Wettbewerb. Über 400-Meter-Hürden holte sich Karoline Maria Sauer (TSV Gomaringen/58,94 sec) den deutschen Meistertitel.