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Crosslauf Wetter
  21.12.2019 •     Berichte


Helmut Schaake. Crosslauf Wetter/Oberrosphe

Zwei Tage vor Weihnachten richtete der TV 05 Wetter nach dem Motto „Hart aber fair“ seinen traditionellen Crosslauf „Rund um den  Rienert “ mit knapp 100 Startern aus.

Die Laufstrecke verlief weder auf der Bahn noch auf der Straße. Es ging einfach  ab ins Gelände, dorthin, wo man sich dreckig machte,  über Stock und Stein springen und sich quälen musste. Der Parcours war koordinativ anspruchsvoll, denn auf der Runde ging es ständig bergauf und bergab und man fand kaum Zeit, die nötige Luft zu bekommen, sodass die Oberschenkel im Ziel brannten. Früher nannte man solch einen Wettkampf Wald- oder Geländelauf, heute ganz einfach Crosslauf. Eines der ganz kleinen aber kernigen Crosslauf Angebote findet man seit 17 Jahren in Wetter-Oberrosphe bei Marburg.  Klein und fein, jedoch hart aber fair ist das Angebot, das die Langstreckler des TV Wetter hier boten. Der Rundkurs war im Vorfeld mit viel Herzblut von dem ehemaligen Marathonläufer Ulrich Wolf, der bereits vor 30 Jahren in Berlin bemerkenswerte 2:17:23 Stunden gelaufen war, und seinen fleißigen     Helfern präpariert worden. „Wir haben schon in der letzten Woche den Rundkurs hergerichtet, abgerecht und vor allem umgestürzte Bäume zerschnitten und weggeräumt,“ so Ulrich Wolf. Bei Sonnenschein und 10° C waren die äußerlichen Bedingungen für einen Crosslauf optimal. Trotz des Regens am Vortag hielten sich die Pfützen und Matschpassagen in Grenzen und auch der steile Wiesenweg, der sonst immer extrem rutschig war, war abgetrocknet, sodass die Läufer sich diesmal sich kaum schmutzig machten.

Zur Strecke.

Schon  200 Meter nach dem Start ging es in einer rasanten Talfahrt über einen schlammigen Wiesenweg in eine schwierig einzulaufende  90 ° Linkskurve, die in normalen Laufschuhen kaum zu bewältigen war und wo so mancher auf dem Hosenboden rutschte. Danach kam ein schönen flacher schmaler Waldpfad, der eigentlich zum Erholen eingebaut war, aber auf dem man bei dem tiefen Geläuf auch nicht gerade zum Verschnaufen kam. Gleich danach ging es auf einem steilen Bergaufstück hoch zum Sportplatz. Hier mussten die Aktiven richtig Anlauf nehmen, durften nicht nach oben sehen, um oben am Sportplatz  nicht total übersäuert anzukommen. Dabei waren viel Willenskraft und Kampfgeist erforderlich, denn bei den Männern war der Kurs achtmal zu bewältigen. So war es dann auch nicht verwunderlich, dass die Beine schwer wurden und der Puls an seine Grenze kam.

Der Anfang machte der Nachwuchs. Die Kleinsten liefen wie immer ehrgeizig vom Start weg los, keiner wollte Letzter sein. Jeder wollte gewinnen, da  gab kein es kein Taktieren und jeder/jede rannte, was die Beinchen hergaben

Mittelstrecke 3 Runden 2800 Meter

Den ersten Startschuss gab es für die Mittelstreckler über 2800 Meter mit drei Runden. Chef auf der Rundstrecke war am Ende eindeutig Arnfried vom Hofe (VfL Marburg) in 10:29 Minuten vor M30 Hessenmeister Tobias Schulz (FV Wallau) in 10:50 Minuten und dem ersten Jugendlichen U18 Noah Lukes (LG Eder) in 11:24 Minuten.

Danach startete der jüngste Nachwuchs über eine 1000 Meter bzw. über zwei Runden mit 1900 Metern. Hier fegte der erst neunjährige Fred van Heemskerck (VfL Marburg) wie ein Wirbelwind weit vor dem Feld über die Runde und wurde mit großem Vorsprung nach 4:26 Minuten im Ziel am Sportplatz mit viel Applaus empfangen. Platz zwei erkämpfte sich die 10-jährige Clara Nickel (TV Gladenbach) nach 4:45 Minuten gefolgt von WKU10 Siegerin Lara Stein (VfL Marburg) in 4:52 Minuten.

Bei den älteren Schüler/innen über zwei Runden war vom Start weg der15-jährige Maximilian Jung (TV Gladenbach) vorn und lag im Ziel überlegen mit 8.04 Minuten vor der 14-jährigen Theresa Ruppersberg (ASC Breidenbach) mit 8:19 Minuten.  Sechs Sekunden kam später die Triathletin Paula Auschill (VfL Marburg) nach 8:25 Minuten ins Ziel. Für die Siegerin der WJU 14 Siegerin Charlotte Weigand (ASC Breidenbach) wurden 9:43 Minuten gestoppt.

Jugend+Frauenlauf +ab M60 (5600m) über sechs Runden.

Hier sorgte zunächst der erst 14-jährige Moritz Klein  (TV Dillenburg)  für das Tempo gefolgt von der Vorjahressiegerin, der 20-jährigen Lena Ritzel (VfL Marburg) und deren Vereinskameradin Julia Altrup, bevor die schnellen Frauen, die beide schon als Hessenmeisterinnen auf dem Podest standen, das Tempodiktat übernahmen. Bei Streckenhälfte setzte sich dann 800-Meter-Hessenmeisterin ADH und süddeutsche Meisterin Julia Altrup  Meter um Meter  von Lena Ritzel ab und siegte nach sechs anspruchsvollen Runden in 22:55 Minuten deutlich vor einer etwas enttäuschten Lena Ritzel in 23:26 Minuten ab. Dann kam Moritz Klein nach 23:51 Minuten als Dritter in den Zielkanal, gefolgt von W30 Siegerin Franziska Espeter (TV Laasphe) in 24:42 Minuten, Katharina Rach (MTV Kronberg) 25:20 Minuten und WU20 Siegerin Elisa Köhler vom Gastgeber TV Wetter mit  26:08 Minuten. Beachtlich  der  unverwüstliche 71-jährigen Dr. Günther Scheibehenne als Seniorensieger M70 in 29:47 Minuten. 

Höhepunkt war die Langstrecke über 7.500 Meter mit acht Runden. Hier wurde Kilian Schreiner (ASC Breidenbach) mit einem sehenswerten Start-Ziel-Sieg in Streckenrekordzeit seiner Favoritenrolle gerecht.

Hier taten sich bemerkenswerte Klassenunterschiede auf.  Kilian Schreiner (ASC Breidenbach) dominierte das Rennen vom Start weg alleine gegen die Uhr in einer eindrucksvollen Weise. Der 26-Jährige war in diesem Jahr Fünfter bei den Deutschen Crosslauf Meisterschaften und lief in einer anderen Liga.  Mit seinem raumgreifenden Schritt beherrschte er auf den acht Runden die Konkurrenz. „Ich bin schon kontrolliert und vorsichtig das Bergabstück gelaufen und kein Risiko eingegangen,“ Ziel Kilian Schreiner im Ziel. Am Ende verbesserte er seinen eigenen Streckenrekord um 11 Sekunden  und lag vor dem schnellen Triathleten Timo Böhl (LG Wittgenstein), der schon einmal  zum Aufwärmen 50 Kilometer  mit  dem Rennrad angereist wurde  und als Zweiter in 26:30 Minuten. Der Bronzeplatz ging an M35 Sieger Micha Thomas (LG Eder) in 27:55 Minuten gefolgt von Doppelstarter Arnfried vom Hofe (VfL Marburg) 2.M30 in 28:19 Minuten. Schnellster Senior der M40 war der ehemalige Radrennfahrer Silvio Welkner (TSV Krofdorf-Gleiberg) in 29:15 Minuten gefolgt von M50 Sieger Marcus Mattner (LG Eder) in 31:18 Minuten. 

Das Aushängeschild der Veranstaltung war der Kilian Schreiner (ASC Breidenbach) aus Gladenbach-Weidenhausen. Nach seinen tollen Ergebnissen in der Hallensaison bei hessischen und Süddeutschen Meisterschaften und Deutschen Hochschulmeisterschaften mit Podiumsplätzen trumpfte er bei den Deutschen Crosslauf Meisterschaften mit Platz fünf ganz groß auf.

Danach verbesserte er auf der Rundbahn seine Bestzeit ganz erheblich und lief sich in die erweiterte Deutsche Spitzenklasse. Das spiegelt sich auch in der Deutschen Bestenliste 2019 wieder, wo er über 3000 Meter mit 8:13.04 min, 5000 Meter mit 13:51,16 min jeweils auf Platz 11 und über 10 000 Meter mit 29:25,23 Minuten auf Rang 14 steht.