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18. Biedenköpper Stadtlauf
  20.07.2019 •     Berichte , Presse


Helmut Schaake. Biedenkopf. Es ist schon fast Tradition. Hochsommerwetter gehört zum „Biedenköpper Stadtlauf“, der in diesem Jahr seine 18.Auflage feierte. Alle sieben Jahre ist in Biedenkopf Grenzgangsfest und dann herrscht Ausnahmestimmung, so auch beim 3er Grenzgangs-Staffellauf (Heimatfest seit 1963), der im Rahmen des Stadtlaufs ausgetragen wird.

Es war warm,  ja sogar heiß und schwül. Die umsichtigen Blicke zum immer dunkler werdenden Himmel verhießen nichts Gutes. Waren die Schülerläufe, der Bambinilauf sowie der Staffellauf noch im Trockenen über die Bühne gegangen, so musste der Veranstalter im Hinblick auf die Unwetterwarnungen  kurzfristig handeln. Über Biedenkopf brauten sich Sturmwolken zusammen, und so wurde kurzfristig beschlossen, den 10-Kilometer-Lauf um 15 Minuten vorzuverlegen, was sich im Nachhinein auch als richtig erwies. In der zweiten Hälfte Rennens, an  dem  fast 200 Läuferinnen und Läufer teilnahmen, sorgte kräftiger  Regen für die nötige Abkühlung. Das tat aber der Stimmung aber keinen Abbruch. Gleich zum Auftakt im Schülerlauf wurde schnell  gelaufen, denn  jeder, der das Ziel auf dem Marktplatz erreichte,  bekam neben Urkunde und Medaille eine wohlverdiente Eiskugel zum Abkühlen. Im Feld der jungen Nachwuchsathleten hatten am Ende Theresa Ruppersberg (ASC Breidenbach) die schnellsten Beine. Sie konnte in 4:30,9 Minuten den Schlussangriff von Silas Gruber (Kassel)  mit einer Sekunde Vorsprung erwehren. Bei den Bambinis merkte man, dass Ferienzeit ist, denn  nur 15 Minis nahmen die 400 Meter in Angriff. Hier hatte  der siebenjährige Leonard Xaver Plack   mit 1:43,2 Minuten die sechsjährige Nahla Wohnrade (TV Buchenau) nach 1:56,1 Minuten die schnellsten Beinchen.

Als die  zehn gemeldeten Staffeln auf ihren Start warteten, kam auch endlich die erhoffte Stimmung auf.  Der Staffelwettbewerb, der alle sieben Jahre anstatt des 5-Kilometer-Jedermannslaufs ausgetragen wird, ist sowohl für Vereinsläufer als auch sonstige Sportinteressierte geeignet. Dabei sind die Burschen unverheiratet und gehören folglich einer Burschenschaft an,die Verheirateten gehören einer Männergesellschaft an. Dabei gibt es in Biedenkopf 7 Burschenschaften und 11 Männergesellschaften, zumeist nach Straßennamen oder Ortsvierteln benannt. Diese Burschenschaften und Männergesellschaften organisieren mit einem Organisationskomitee zusammen auch das Heimatfest. Und so recht nach dem Geschmack der Zuschauer wurde sich nichts geschenkt und bis über die Ziellinie ganz erbittert gekämpft. Gesamtsieger wurde die Burschenschaft Balbach mit Torben Zaun, Felix Michel und Felix Liebetrau in 7:46,2 Minuten deutlich vor den United Owwastadt Corps und den nur hauchdünn dahinter im Fotofinish einlaufenden Männern der Hainstraße (siehe dazu Bild Gesichtsausdruck 5 Meter vor dem Ziel-- Christoph Strieder (Männergesellschaft Oberstadt-29 Jahre und Thomas Böhle (Männergesellschaft Hainstraße- 48 Jahre ).

Bei den Frauen siegte der ASC Breidenbach Nachwuchs mit Theresa Ruppersberg; Nela Freund und Marlis Freund) ganz souverän vor den Frauen der Hainstrasse „Vorge(b) rannt“ in 10:24,3 Minuten. 

 

Höhepunkt war zuletzt der 10-Kilometer-Lauf  über 10 Runden, der auf einer  amtlich vermessenen Strecke ausgetragen wurde. Die erzielten Zeiten sind somit auch Bestenlisten fähig ist. Obwohl es in der Ferne schon grollte und der Himmel immer dunkler wurde, blieb die bange Frage: „Schaffen wir es bevor das angekündigte Unwetter kommt oder bleiben wir verschont.“

Der um 15 Minuten vorgezogene Start machte dementsprechend schnelle Beine bei den yx Teilnehmern. Sofort nach dem Start ging der Marburger Lehrer Matthias Berg (SC Steinatal) an die Spitze und ließ erst gar keinen Zweifel an seinem Sieg aufkommen. Nach der ersten Runde konnte der Vorjahreszweite Marc Feußner (ASC Breidenbach) zu ihm aufschließen und beide lieferten sich einen tollen Zweikampf. Ab der vierten Runde setzte sich dann aber der mehrfache 5.000- und 10 000.Meter-Hessenmeister Matthias Berg entscheidend bei leichtem Dauerregen ab. Spätestens nach der sechsten Runde wurde es aber ungemütlich. der Regen wurde immer stärker und der Wind brachte das Zieltor ins Wanken, sodass es abgebaut werden musste. Runde um Runde vergrößerte Matthias Berg seinen Vorsprung und wurde im Ziel vom Streckensprecher Wolfgang Ehrling/Buchenau nach schnellen 33:37,1 Minuten mit deutlichem Vorsprung vor Marc Feußner in 35:13,4 Minuten begrüßt. Dahinter konnte Florian Engel (LG Vellmar), der lange Zeit für Anna Starostzik das Tempo machte,  in der letzten Runde noch auf Platz drei in 35:41,5  Minuten laufen und Sören Plag (LC Mengerskirchen/35:44,3) als M30 Sieger  den Bronzeplatz streitig machen. Arnfried vom Hofe 36:04,8 und Tobias Roth 36:50,2 Minuten (beide VfL Marburg) belegten die Plätze 5 und 6. gefolgt vom M50 Sieger Sven Löschengruber (LT Hanau/Bruchköbel) in guten 37:16,9  und M40 Sieger Boris Weber (STC Hommertshausen) in 37:27,3 auf Platz 8.   

Bei den Frauen kam es zum erwarteten Hinterland Duell. Die erst 20-jährige Lena  Ritzel  aus Buchenau im Trikot vom VfL Marburg gegen die erfahrene aus Dautpehetal stammende Anna Starostzik im Trikot von Spiridon Frankfurt,die beide beim FV Wallau das laufen lernten, trafen in einem spannenden Rennen aufeinander . Wie erwartet lief die erfahrene 12 Jahre ältere Anna Starostzik zu Beginn engagiert in der Männerspitzengruppe mit  und pulverisierte als Gesamtfünfte ihren eigenen Streckenrekord aus 2017 von 36:40 Minuten um erstaunliche 43 Sekunden auf 35:57,1 Minuten. Erster Gratulant mit Regenschirm war Cheforganisator Uwe Plack. Dahinter im Starkregen kam Lena Ritzel mit starken 37:34,2 Minuten  strahlend auf Platz zwei. Den dritten Podiumsplatz sicherte sich die 47-jährige Silke Laun (Licher Wald), die im letzten Jahr immer schneller wurde, in erstaunlichen 38:25,6 Minuten.  Platz vier ging an Hanna Hofstetter (ohne Verein) in 41:44,0  Minuten. Nur eine Sekunde später beendete dann schon Antje Krause (USC Marburg), die immer gerne in Biedenkopf mitläuft , als Zweite der W45 den Wettkampf.